erster Teil der Reihe

Wenn du keine Zeit hast zum Meditieren, meditiere eine Stunde

12. September 2026 · 6 Min. Lesezeit · Selbstreflexion
Kaninchen schaut in die Kamera
Foto: Jeremy Thomas Photo auf Unsplash

"Du solltest jeden Tag 20 Minuten meditieren. Außer du hast keine Zeit, dann meditiere eine Stunde." Diesen Spruch habe ich irgendwo im Internet gelesen. Angeblich zitiert der Spruch eine Zen-Weisheit aus dem 16. Jahrhundert. Ob ein Zen-Mönch das wirklich so gesagt hat, können wir nicht nachvollziehen, aber es liegt auf jeden Fall ein Funken Wahrheit darin. Auf die wissenschaftliche Erklärung dazu komme ich in einem späteren Artikel zurück. Jetzt möchte ich zuerst meine persönliche Erfahrung dazu teilen.

Und plötzlich war die Routine dahin

Normalerweise meditiere ich zweimal täglich und lege auch zwischendurch immer mal wieder eine achtsame Pause ein. Allerdings standen in letzter Zeit in meinem Hauptjob in einem Softwareunternehmen viele Veränderungen an. Es war viel los und vor allem war die mentale Belastung dadurch hoch. Nun sollte man denken, dass ich als Achtsamkeitstrainerin in solchen Zeiten auf Achtsamkeit als Hilfsmittel zurückgreife. Aber auch ich wurde nachlässiger, habe mich lieber mit TV und Internet abgelenkt, anstatt zu spüren, wie es mir geht. Dabei hätte ich das dringend gebraucht.

Der Körper musste erst laut werden, bevor ich etwas änderte

Es musste erst soweit kommen, dass körperliche und mentale Symptome immer deutlicher wurden, damit ich mich wieder intensiver der Meditation gewidmet habe.

Welche Symptome haben sich bei mir gezeigt? Es ging los damit, dass ich immer seltener durchschlafen konnte und am nächsten Morgen wie gerädert aufgewacht bin. Ich bekam juckenden Hautausschlag, was bei mir auch immer ein sicheres Zeichen ist, wenn ich gestresst und unausgeglichen bin. Und ich merkte, dass ich oft mitten am Tag müde wurde und meine Konzentration stark nachließ.

Ich musste etwas ändern: bewusste Auszeiten nehmen

Mir war bewusst, dass ich es aktuell nicht schaffen würde, zweimal täglich 40 Minuten lang zu meditieren, wie ich es früher gemacht habe. Dazu hätte ich meinen ganzen Tagesablauf verändern müssen. Das wäre eine zusätzliche Anstregung gewesen und ich hätte vermutlich nicht durchgehalten.

Was ich stattdessen konsequent gemacht habe, ist, dass ich jede freie Minute für eine kurze Atemmeditation nutze. Ich habe mir auf meinen Schreibtisch und ins Wohnzimmer einen Zettel als Gedankenstütze gelegt, und immer wenn ich eine Minute oder mehr freie Zeit habe, lenke ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem.

Da ich auch die Veränderung beobachten möchte und feststellen möchte, was häufigeres Meditieren mit mir macht, schreibe ich einmal am Tag einen kurzen Eintrag in mein Notizbuch.

„Verbringe jeden Tag einige Zeit mit dir selbst.“
Dalai Lama

Was dich im nächsten Beitrag erwartet

Zum einen habe ich ja schon versprochen, dass es einen Artikel mit Hintergrundinformationen zur Wirkung von Achtsamkeit geben wird.

Zum anderen möchte ich euch an meiner persönlichen Achtsamkeitsbeobachtung teilhaben lassen und werde euch in den nächsten Blogartikeln Einblicke in mein Notizbuch geben und euch von den Veränderungen durch Achtsamkeit berichten.

Falls du zwischendurch Fragen hast, schreibe mir gerne eine Nachricht.

Bild von einem Mikrofon
Foto: Priscilla Du Preez auf Unsplash

Dein Achtsamkeits-Impuls: Genau jetzt ist es Zeit für einen bewussten Moment

Da du meinen Artikel bis hier hin gelesen hast, vermute ich du weißt schon, was ich vorschlage:

Schließe deine Augen und komme hier im Moment an

Höre an dieser Stelle nicht auf zu lesen und klicke die Seite nicht weg. Auch wenn es um dich herum gerade hektisch ist und du denkst, dass du dir keine Auszeit erlauben kannst.

Schließe deine Augen, spüre wie du gerade hier sitzt. Spüre deine Füße auf dem Boden, dein Gesäß auf der Sitzfläche. Beobachte deinen Atem und wenn es nur für eine Minute ist.

Diese Minute ist ein guter Anfang. Wiederhole diese Übung so oft wie möglich.

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